Tolle Tollen und Mucha Marca

Also, eigentlich habe ich gerade gar keine grosse Lust einen Eintrag zu schreiben. Abklingende Magenverstimung mit Fieber und Kotzen.

Mein Kopf tut weh und ich habe eben seit 2 Tagen wieder die erste feste, naja halbfeste, Nahrung zu mir genommen. Eine Gemuesesuppe. Lecker. Bis dahin habe ich von meiner Gastoma Payita, die mich wie auch der Rest der Familie, mehr als freundlich und herzlich aufgenommen hat, nur Sandwiches, Tag ein Tag aus, serviert bekommen.

Ich vermisse Deine schwarze Kochkunst jetzt schon, Mama.

In stundenlangen Mutmassungen sind meine nicaraguanische Gastfamilie, die mich und meine Freunde jetzt schon mit Aufmerksamkeiten, wie Holzarmbaendern ueberhaeuft, und ich zu einem eindeutigen Schluss gekommen:

Das milchige Chlorwasser im oertlichen Schwimmbad ist Schuld. René hat genau wie ich zu viel davon geschluckt. Er lag auch flach und wir konnten uns gut gegenseitig mit unserem Elend troesten.

Jetzt geht es uns wieder gut.

OK. Ich fange mit der Beschreibung der heutigen Tages an, viel ist nicht passiert:

Gegen Neune sind wir mit Zunhilda Castellón, die ihr Mundwerk nur selten baendigen kann und uns die notwendigen schmutzigen spanischen Woerter lehrt, zum „Proyeto Fraternidad“ kutschiert worden. Da Lars ohne Frage ganz besonderer Betreuung bedarf-man erinnere sich nur an den NW-Artikel bezueglich des verlorenen Rucksacks- hat man ihn uebrigens in die festzupackenden und allumsorgenden Haende Zunhildas gegeben. Anvertraut. Er lebt dort und spielt mit den Soehnen viel Playstation. Das mag er.

Also. Das „Projekt Bruederlichkeit“ ist in einem grossen, gepflegtem Betonbau untergebracht. Es gibt einen Computerraum, ein Atelier, einen Tanzraum. Ausserdem wird den Kindern- die meisten muessen so um die Sieben sein- Nachhilfe gegeben und sie koennen Basteln. Zum Beispiel Piñatas. Diese bunten Topfschlagen-Imitationen aus Lateinamerika. Zu meinem 20. am 4. Maerz ist ebenfalls eine zugesagt. Meine Familie ist schon schwer in den Vorbereitungen. Fiesta más grande del año!

Nicht vom Thema abkommen: Als Teil der von der Buergermeisterei, also von unseren Freunden und Koordinatoren Ermen und Ramiro, ausgearbeiteten Aufenthaltsplanung informierten wir uns bei Jugendlichen, Kindern und Betreuern ueber die verschiedenen Angebote, Kurse und Probleme im „Proyeto“.

Es machte einen wirklich positiven und foerdernswerten Eindruck.

Emotionaler und aesthtischer Hoehepunkt des Besuchs: Olivia steht in tradioneller Ropa zu beinahe bayuwarischen Klaegen- Nicamusik ist sehr… urtuemlich- ihrer kleinen Vortaenzerin in fast nichts nach und begeistert die Massen.

Ebenfalls ein Augenschmaus sind die zum Verkauf stehenden Bilder in der Galerei.

Wow. Ich habe mir schon eins reserviert und werde mein Leben lang etwas sehr Schoenes, ein Stueck Nicaragua ueber dem Sofa haengen haben. Wie weltgewandt.

Danach gings noch kurz in die Kerzenfabrik und dann ab nach Haus.

Anil hat sich die Haare schneiden lassen und sieht aus wie eine Mischung aus James Dean und Elvis Presley.
Ganz gut. Tolle Tolle.

Nach unserer Orientierungswoche koennen in der Naechsten endlich in die Projekte und mitanpacken.

Ich freue mich sehr.

Auch jetzt schon ein klitzekleines Bisschen (circa 3%) auf zu Hause.

Hier ist es wirklich schoen.

Alles, alles Liebe und sehr sonnige Gruesse (heute hatten wir nur so 25 Grad, schrecklich, oder?!)

Daniel :)