el ultimo dia

Hola nach Loehne!

Ich moechte mich im Namen der Gruppe dafuer entschuldigen, dass unsere Schreibwut in der zweiten Haelfte unserer Reise dermassen abgenommen hat..
Wir waren ja die ganze Zeit fleissig in unseren Projekten und haben auch noch bis in die Semana Santa herein gearbeitet. Die Arbeit hat viel Spass gemacht und die Ergebnisse koennen sich sehen lassen! Aber um darueber zu berichten ist hier einfach zu wenig Platz und ich habe auch nicht mehr so viele Cordobas, um sooo weit auszuholen.. :-)
Am Mittwoch haben wir dann noch den Nationalpark Miraflor besucht. Natuerlich war das wieder ganz spontan, denn erst am Abend vorher hat sich diese Moeglichkeit noch fuer uns ergeben. Wir durften also noch mehr herrliche Landschaften bewundern, haben ein weiteres Mal einen Urwald durchkreuzt und Daniel und Rene haben sich sogar hoch zu Ross in den Dschungel gewagt. Unterwegs waren wir diesmal nicht in einem einfachen Pickup, sondern in einem Viehtransporter… Aber darin fuehlte ich mich sicherer, weil die Ladeflaeche schoen hoch umschlossen war und man nicht die ganze Zeit Angst hatte, weggeweht zu werden oder auf einer der huckeligen Strassen runterzufallen. Allerdings war die Flaeche auch teilweise von oben mit Balken versehen, sodass ich mir erstmal – da ich sooo viel Schwung beim Aufsteigen geholt hatte – eine dicke fette Beule zugezogen habe. Da habe ich fast so viele Sterne gesehen, wie nachts am Strand von San Juan del Sur…
Abends war dann unsere Abschlussfeier in der Inprhu, einer Art Jugendzentrum, wo Lars, Rene und ich in den Wochen beschaeftigt waren. Die Feier war ganz toll! Wir haben ganz, ganz viel getanzt und geschwitzt und waren traurig, als sie sich dem Ende zuneigte…
Gestern war auch ein Ausflug geplant, der dann aber leider – nachdem wir drei Stunden gewartet hatten – nicht stattgefunden hat. Wir hatten kein Fahrzeug – nichtmal den Viehtransporter.. Und dabei hatte mir meine Mama so viel Essen und Trinken fuer den Tag mitgegeben… Das haben wir dann am Nachmittag im Freibad verspeist. Das Schwimmen war uebrigens eine hoechst unangenehme Erfahrung, da sich ungefaehr ganz Condega und ganz Esteli in diesem Schwimmbad befanden…
Gestern Abend war dann unsere Abschlussfeier, die wir am Morgen angefangen hatten zu organisieren – aber keine Panik, das ist hier kein Problem! Hat alles (irgendwie) geklappt und war auch schoen und sehr traurig. Ums Weinen bin ich nicht herumgekommen. Aber es war auch wieder luuustig. Fast alle Familien waren anwesend und ausserdem die Leute, die wir in unseren Projekten kennengelernt haben. Unfassbar, dass das schon unsere letzte Gelegenheit war, zusammen zu feiern, zu tanzen und Flor de Cana (der beruehmte nicaraguanische Rum) zu trinken.
Sowieso ist es nicht zu glauben, dass heute unser letzter Tag hier seien soll. Die Zeit ist so schnell verflogen…
Wir waren heute Morgen noch mit meiner Familie in Honduras, bzw. nur an der Grenze, weil es peinliche Probleme hab, auf die ich jetzt nicht naeher eingehen will. Wir haben da an einem reissenden Fluss gegessen und einige haben sich sogar todesmutig in die Fluten gestuerzt. Na ja.. und gleich heisst es wohl Koffer packen. Ich glaube, ich muss meine gesamte Kleidung und sonstige Ausstattung hier lassen, da ich so viele Dinge mit nach Loehne bringen werde, die mich an diese tolle Zeit hier erinnern werden.

Das soll es nun auch gewesen sein. Wir sehen uns Sonntag! Ich freue mich schon!

Olivia

Rueckreise

Eine kleine aber wichtige Information an alle Eltern und Freunde der Nica-RueckkehrerInnen

Es ist hier jetzt 15:00 Uhr und wir werden uns in knapp zehn Stunden gegenueber der Buergermeisterei in Condega zur Abfahrt nach Managua treffen.
Unsere lange Rueckreise beginnt also genau dann, wenn die meissten von euch gemuetlich um 8 Uhr morgens ihr Samstagsfruehstueck zu sich nehmen (naja…zumindest einige von euch).
Wir werden laut Plan nach mehr als 35 stuendiger Reise um 19:19 Uhr mit dem Zug aus Minden in der „Weltstadt der Kuechen“ ankommen.

Vielen Dank fuer das Interesse an unserem Reisetagebuch. In der letzten Zeit waren wir zwar sehr Schreibfaul aber dafuer gibt es dann umso mehr nachzuerzaehlen.

Vielen lieben Dank

Anil Sehirli

Ein Tag voller Extremen

?“Ein Tag voller Extremen“. Was kann man sich unter so einer vielversprechenden Ueberschrift nur vorstellen¿
Ist an unserem vergangenen Gruppensonntag etwa irgendetwas schlimmes passiert? Nein ihr koennt beruhigt sein.
Ganz im Gegenteil; ein Tag voller durchweg postiver Extreme sollte uns als Gruppe an diesem Sonntag erwarten.
Wir machten uns nach einem amerikanischen Traumfruehstueck in Granada (die meisstens haben sich den Magen mit Pancakes gefuellt) auf zum Vulkan Mombacho und sollten dort so einiges erleben.
Am Fuss des Vulkans (ueber 1300m) angekommen buchten wir alles an Programm was es zu buchen gab.
Innerhalb von sechs Stunden sollte uns die gesamte Dosis an Abenteuer verabreicht werden, die unsere -bis dahin geschonten Koerper- nur so herbeisehnten.
Es ging zunaechst mit einer LKW-Sonderanfertigung (Made in Germany) die erste Stufe des Vulkans hoch zu einem Gehoeft, wo wir uns mit dem beruehmten „Hochland-Kaffee“ des Mombacho versorgen konnten. Selbst als dem Kaffee im normalen Alltag eher abgeneigte Person, habe ich einen Becher probiert und sehr genossen.
Nach dieser fuenfminuetigen Pause ging es dann in einem Rutsch den restlichen halben Kilometer hoch zu der Station, die der Ausgangspunkt fuer unsere erste Aktivitaet sein sollte (ca. 1100m).
Wir hatten zunaechst eine Bergtour gebucht und durften uns dann zwischen drei Schwierigkeitsstufen entscheiden. Als Gruppenleiter hatte ich der Gruppe die Last der Entscheidung ueber diese Frage aber schon im Vorfeld abgenommen.
So sollte der „Pfad des Pumas“ mit der hoechsten Schwierigkeitsstufe und der laengsten Strecke die Messlatte fuer unsere koerperliche Fitness und unseren Ehrgeiz sein. Zweihundert Hoehenmeter sollten -auf vier Kilometer verteilt- ueberwunden werden. Die Karte gab als Richtwert vier Stunden, fuer den gesamten Pfad bis zur hoechsten Plattform und zureuck, an.
Zu dem „Puma-Pfad“ muss man zusaetzlich bemerken, dass er ausschliesslich in Begleitung eines professionellen Guides und in einer maximalen Gruppengroesse von fuenf Personen begangen werden darf.
So teilten wir uns also in zwei Gruppen, die jeweils einen Guide als Fuehrung durch den z.T. sehr engen und steilen Pfad hatten.
Nadja, Cihan, Inga, Wiebke, Ich und Armando (unser netter Reisebegleiter) sollten als erste losgehen.
Unser anfaenglicher Eifer bekam durch die ersten Steigungen schnell einige Risse.
Die ersten Anzeichen von Erschoepfung waren aber erst kurz vor der hoechsten Plattform und der dazugehoerigen Steigung deutlicher zu sehen. Auf der ersten Plattform angekommen troestete der Blick auf die Gesamte Land- und Wassermasse der Umgebung schnell ueber die Muehen der Besteigung hinweg. Zu sehen waren neben den wunderschoenen Inselformationen der Isletas im Cocibolca-See (der groesste Suesswasser Binnensee des Kontinents) auch die Laguna de Apoyo (ein riesiger Vulkankrater gefuellt mit klarstem Wasser) und die Kolonialstadt Granada.
Wirklich faszinierend war es wie schoen die Natur von dort oben ist, wenn man am Vortag alles im Detail gesehen und bestaunt hatte so bestaunte man ein und dieselbe Landschaft (insebsondere die Inseln) nochmals und nochmals von weit oben.
Unsere Bergfuehrerin zerstoerte die Harmonie dieses wundervollen Momentes, indem sie uns auf einen aehnlich grossen Teilgipfel auf der gegenueberliegenden Seite des Vulkans aufmerksam machte. Dort sollte sich die zweite Plattform befinden. Inga artikulierte die Gedanken der gesamte Gruppe mit „Das soll doch wohl jetzt nen Scherz sein oder?“ sehr treffend.
Es war kein Scherz und so ging es mit Mueh und Not in Richtung zweite Plattform.
In der Zwischenzeit brachte uns unsere Fuehrerin weiter die Flora und Fauna der Umgebung naeher. Auf die obligatorische Frage ob wir denn Fragen haetten, fiel Wiebke zum Schluss aber dann doch nur ein, warum unser Bergguide denn nicht schwitzen wuerde.
Das lag daran, dass wir von oben bis unten durchgenaesst waren und diese junge Dame keinen einzigen Tropfen Schweiss auf der Stirn hatte.
„Gewohnheit und Praxis“ war die professionelle und ofizielle Antwort an die Gruppe und „Wollt ihr das ich schwitze?“ die ganz persoehnliche Message oder sollte ich sagen Drohung an unsere Teilgruppe die sie prompt nachschob.
Nach einiger Zeit kamen wir dann auch beim zeiten Gipfel an und bekamen den Schock unseres Lebens.
Wir hatten erst Zweidrittel des Pumapfades hinter uns gebracht und das letzte -schwere- Drittel des Pfades stand noch vor uns. Wie sollte wir das schaffen? Um ehrlich zu sein weiss ich bis jetzt nicht, wie wir die ganzen „Naturtreppen“ ueberwinden konnten und die dafuer notwendige Energie aufgebracht haben. Aber ich glaube das wir zuletzt viel Energie aus unseren Koepfen in die Beine umgeleitet haben. Das Sprach- und Sprechniveau auf den letzten Metern kann ich mir anders nicht erklaeren.

Mombacho

Was wir mit diesem Foto zu tun haben erfahrt ihr morgen.

Canopy

Wochenende Teil 1

Buenas Tardes an alle Daheimgebliebenen,

da bin ich nun auch mal wieder und werde euch ueber den ersten Teil unseres wunderbaren, ereignisreichen Wochenendes berichten.
Wir haben uns am Samstag in der Fruehe aufgemacht und sind mit unserem Partybulli in Richtung Sueden gefahren. Unserem Fahrer konnten wir uns ohne Probleme anvertrauen, da er – im Gegensatz zur restlichen Nica-Bevoelkerung – einen loeblichen Fahrstil vorzuweisen hatte. Sehr gut. Ausserdem hatten wir noch einen Begleiter dabei, der zwischenzeitlich die schnulzigsten, spanischen Lieder mitgetraellert hat und wohl dachte, wir wuerden ihn aufgrund der Motorgeraeusche vielleicht nicht hoeren – falsch gedacht.
Unser erstes Ziel war dann: der Vulkan von Masaya. Das war ein sehr beeindruckender Anblick, da man dem Vulkan quasi direkt ins Auge schauen konnte. Ausserdem war er ununterbrochen am Dampfen.. Er ist schliesslich auch noch aktiv – gelegentlich jedenfalls.
Anschliessend ging es fuer uns weiter in Richtung Markt. Toll war das natuerlich besonders fuer die weibliche Haelfte unserer Gruppe, aber auch die Muchachos haben gut zugeschlagen. Keiner hat den Markt mit leeren Haenden verlassen. Also, ihr Lieben zu Hause, freut euch schonmal auf schoene Mitbringsel – alles made in Nicaragua. Nach vielen Stunden auf dem Markt sind wir wieder in unseren Bulli gestiegen (so gut es ging – schliesslich war nach unseren Einkaeufen nur noch halb so viel Platz..) und haben uns nach Granada (der aeltesten Stadt des amerikanischen Kontinents) aufgemacht. Dort haben wir als erstes eine Bootstour auf dem Nicaraguasee unternommen. Aber nicht irgendeine! Wir sind naemlich inmitten der vielen kleinen Isletas umhergefahren.

Isletas

Traumhaft, wirklich traumhaft! „Ich bin dem Paradies noch nie so nah gewesen.“ (Zitat Cihan) Wir haben das seeeehr genossen und waeren am liebsten gar nicht mehr aus dem Boot ausgestiegen… Mussten wir aber schliesslich doch, weil wir naemlich auch irgendwann Hunger bekommen haben. Gegessen haben wir mit Blick auf den See und auf die Teller von Wiebke und Rene. Die beiden hatten naemlich jeweils einen riiiiesigen Fisch bestellt. Der hat noch die Zaehne gefletscht und uns mit seinen zermatschten Augen angeguckt. Wir mussten die Sitzordung – nachdem das Essen kam – noch einmal aendern, da der ein oder andere diesen Anblick nicht ertragen konnte (also den Anblick auf die Fische – versteht sich).
Auch die Suche nach einer Unterkunft war danach schnell getan. Wir waren mitten im Zentrum und konnten den Abend noch in einer fantastischen Bar geniessen, wo es wirklich die allerbesten Cocktails gab, die ich je in meinem Leben probiert habe. Wuerde ich mehr Alkohol vertragen, haette ich sicherlich noch die ganze Karte durchprobiert… Dabei konnten wir Strassenkuenstler beobachten und haben diese wunderbare Atmosphaere noch lange genossen.

Granada

Das war nun der erste Teil des Wochenendes. Der Zweite folgt pronto.

Adios muchachos y hasta luego!

Besos de Olivia

Ya queremos Pastel!!Ya queremos Pastel!!

Einen wunderschoenen Tag an euch Lieben Daheim im kalten,stuermischen Luna (wie man hier zu sagen pflegt)!
Ich hoffe ihr seid noch nicht weggeweht und es geht euch so gut wie moeglich :)

Erstmal moechte ich mich dafuer entschuldigen, dass ich erst jetzt, so spaet, ueber die Geburtstagsfeier (04.03.08) von Danito berichte.Bin mir aber sicher, dass ihr vollstes Verstaendnis fuer die fehlende Zeit hier in Condega habt. Es gibt einfach immer so viel zu tun.. ;)

So, jetzt aber zu dem eigentlichen Grund meines Eintrags:

Die Party von Daniel begann eigentlich gegen 19.00Uhr aber es lies sich natuerlich nicht vermeiden, dass einige mal wieder zu spaet gekommen sind (ich eingeschlossen :P ).
Anfangs war die Atmosphaere ziemlich steiff, wir sassen in einem grossen Kreis, es wurde kaum geredet und alles andere als partytaugliche Musik gespielt.Auch die relativ emotionslose (von beiden Seiten) Geschenkvergabe konnte nicht viel rausreissen.
Nachdem René allerdings seine Musi holte und Alkohol verteilt wurde kam die Party langsam in Schwung. Das Essen war meiner Meinung nach nicht gerade delikat aber man wurde satt; spaetestens nach den 4 richtig grossen,schrecklich suessen in weiss-blau gefaerbten Pastelles (Torten) seitens Daniels Gastmamas.

Der Hoehepunkt des Abends war allerdings, als Daniel die wundervolle kitschige Katzenpiñata, die Anil und ich liebevoll mit den Kinder in unserem Projekt gebastelt haben zerschlagen durfte (unsere arme,arme Piñata!!!)

(Zur Info: eine Piñata ist ein aus Pappe gefertigte Figur, die jede gestalt annehmen kann. In ihrem inneren traegt sie einen Tonkrug in dem sich haufenweise Suessigkeiten befinden. In Nicaragua ist es Tradition, dass jedes Kind zu seinem Geburtstag eine Piñata bekommt und mit verbundenen Augen versuchen muss sie mit einem Stock zu zerschlagen um seinem Gaesten (fuer sich selbst natuerlich auch) den Schlickerkram zu befreien.)

Das war aber noch laengst nicht alles, denn auch Daniels Familie hatte ein sehr unterhaltsames Spiel fuer ihn und uns parat. Danito wurde blind im Kreis gedreht und musste versuchen, einen selbstgebastelten Schwanz an ein Hasen, welcher an der Wand hing, zu stecken. Nach unheimlich viel Gelaechter, Stuehleverruecken und Verwirrungsversuchen haben es Daniel,Oli,Lars,René und Webky doch tatsaechlich geschafft, das Stummelchen zu befestigen.
Weiterhin wurde viel getrunken und geredet bis sich die Feier dann gegen 24.00 Uhr aufloeste.
Was fuer ein Spass!
(„Es war aber allerdings positiver als hier beschrieben“– Anmerkung des Geburtstagskindes…)

Da Daniel mir zuvor regelrecht befohlen hat, ueber seine 6 spektakulaeren Fernsehauftritte zu berichten, moechte ich diese hier noch kurz anhaengen.

Eigentlich kann man auch nicht besonders viel dazu sagen, ausser das Daniel der Medienliebling ( man weiss allerdings nicht, ob es nur immer er ist, der sich jedes Mal vor die Kamera draengt ;) )hier in Congeda auf Canal 15 zu sein scheint. Er macht jedens Mal eine sehr sehr gute Figur ( ob als Ananassaftproduzierer oder Luegengeschichten ueber „Olivia Dancingstar“ erzeahler),wobei er im Grossen und Ganzen eigentlich immer das gleiche sagt. Eine Besonderheit ist es fuer uns leider auch nicht mehr, da das Fernsehen uns regelrecht auf den Versen ist… Warum auch immer…

So ihr Lieben, das war es soweit von mir. Ich gehe jetzt zurueck in meine Familie und freue mich auf die Super-Geburtstagsfeier von Cihan..
Macht es gut, viele sonnige Gruesse in das kalte,verregnete Deutschland eure rasende Reporterin Nadja :)

[Also: Nichts ist mir lieber, als dass Nadja das naechste mal das Interview uebernimmt. Ich werde jedes mal von der Gruppe vor die Kamara geschleift, weil alle anderen zu schuechtern sind!!! Aber es ist immer sehr lustig. Vielleicht schaffe ich es 10x. Am besten war das Interview im Studio. Hehe. Naja, ich will mich nicht schwelgend unglaubwuerdig machen. Adiós. Daniel]

Einwurf

pinata

Na, was koennte das sein?

Mehr dazu bald von der heissbegehrten (die Maenner hier belaestigen sie regelrecht), huebschen und coolen Nadja. Schon bald!

PS: Daniel war schon 6x im Fernsehen. Nadja sagt bald wann und wo. Noch baldiger!

Daniel

Der Preis ist heiss!

Hallo liebe Blog-Leser,

lange ist es her das ein Gruppenmitglied sich hier zu Wort gemeldet hat. Viel ist auch in der vergangenen Zeit passiert und so moechte ich auch gleich anfangen zu berichten.

Wir haben in den letzten Tagen -neben der regulaeren Arbeit in den verschiedenen Projekten- ein Baseball-Ligaspiel, das wundervolle Naturreservat Estanzuela-Tisey (in der Naehe von Esteli; der Partnerstadt von Bielefeld) und die Innenstadt von Esteli besucht.

Das „Beisbol“-Spiel zwischen den Erstligisten Condega und La Trinidad fand im Stadion unserer Stadt statt.
Die Tribuene war proppenvoll und wir sassen als Ehrengeaste natuerlich im VIP-Bereich des Stadions. Alles was in Condega Rang und Namen hat, liess sich im Stadion sehen und so sollte es auch unsere Bestimmung sein dort anwesend zu sein ;-)
Olivias Gastvater Armando ist zudem Chef des Vereins und somit war uns nach dem haushohen Sieg unserer Mannschaft (11-0) der Zugang zum Spielfeld inkl. den Spielern gesichert.
Nachdem wir ein Gruppenfoto mit der Elite des nicaraguanischen Nationalsports schiessen durften, konnten wir uns eigenstaendig und unter den kritischen Augen der -noch vollen- Tribuene selber im „Beisbol“ ueben.
Das klappte in unseren Augen auch recht gut. Die Reaktionen der Einheimischen fiel recht positiv aus; vom verhaltenen Applaus bis zum mueden (be-)laecheln war alles dabei :-)

Beisbol

Am Tag nach unserem ersten Beisbol-Erlebnis, hatten wir das Naturreservat Estanzuela-Tisey mit seiner wundervollen Lagune (inkl. Wasserfall) auf dem Freizeitplan.
Nach circa zwei Stunden Badeaufenthalt zog sich Lars dann beim Gang ueber den steinigen Boden eine kleine Verletzung am Zeh zu.
Er hatte den scharfen Stein ohne seine Brille schlichtweg uebersehen und so durften sich Teile der Gruppe in der schon laengst verblassten „Ersten Hilfe“ ueben.
Nach der professionellen Behandlung durch Olivia, Rene und meine Wenigkeit ging es dann auch schon direkt zum zweiten Ziel dieses Tages.

Aber bevor ich euch etwas ueber unsere Zeit in der Innenstadt Estelis erzaehle gibt es noch ein Foto der o.g. Lagune zum neidisch werden.

Wasserfall von Estanzuela

In Esteli -der Hauptstadt des gleichnamigen Departementos- angekommen, sind wir erstmal etwas essen gegangen.
Die Stadt hat in etwa so viele Einwohner wie Bielefeld; durch das nicaraguanische Strassenleben kommt einem das ganze aber eher doppelt so belebt vor.
Wir haben uns dort dann gleich ans shopping und sightseeing gemacht. Erschoepft sind wir dann in unseren Haeusern angekommen und gleich weiter zu Daniel.
Der hatte naemlich gestern Geburtstag und so haben wir die Nacht vom 03.03. auf den 04.03. gemeinsam als Gruppe verbracht und auf 20 Jahre Daniel Freese angestossen.
Der Abend waehrte aber nicht sehr lange, da wir alle sehr muede waren und die eigentliche Party am Abend des 04.03. stattfand.

Alle weiteren Details des Geburtstagsspektakels wird Nadja genauestens darlegen.

Liebe Gruesse an alle die uns jetzt schon vermissen,

Anil Sehirli

Condega

Ein Bild fuer jeden der sich einen kleinen Ueberblick verschaffen moechte:

Condega von oben

Land der tausend Berge

Der gestrige Tag endete etwas curioso, als das “Taxi de Lars” zu spaeter Stunde
mit feuriger Musik und noch feurigeren Insassen zum Zentralpark kam und
Zunhilda unseren bis dahin ruhigen Abend mit einer spontanen Tanzeinlage
inmitten der Strassen Condegas beendete.

Wahrscheinlich war es dieser kleinen naechtlichen Tanzeinlage geschuldet, dass
der heutige Tag mal wieder nicht wie verabredet um neun anfing.
Wir schwongen uns auf die Ladeflaeche eines viehtransporter-aehnlichen Pick-ups
und machten uns in die Vororte Condegas auf.
Mit riskanten Fahrmanoevern fuhren wir auf engen “Strassen” durch Staub und
Geroell unserem ersten Stop entgegen: Dem Denkmal zur Erinnerung der
Schlacht, in der die Nicaraguaner unter Sandino die Amerikaner 1931 bezwangen.

Weiter ging es durch eine bildschoene Landschaft mit gruenen Bergen, Taelern
und Schluchten soweit unsere Augen reichten und nie gesehener Flora und
Fauna – oder hat schon mal jemand eine “10-Meter grosse Cobra” (O-Ton w.h.)
gesehen? Auch die Voegel standen der heimischen Amsel in nichts nach (ne, Anil?!).

Etliche Todeskurven und unzaehlige blaue Flecken spaeter erreichten wir die
Herberge zu Valenzia. Diese war idyllisch auf einer Anhoehe gelegen, mit Blick
auf das 1000-Seelendorf.
Der Hunger trieb uns auf eine Farm, auf der wir einmalig verkoestigt wurden…
Der anschliessende Spaziergang durch Plantagen von Orangene, Zitronene, Limonene
und Pfefferminzene war fuer alle sehr erfrischend.
Ebenso refrescante war der Besuch eines kleinen Sees, der von Bergen umgeben
zum Paddeln geradezu einlud, genannt “lagune”.

Nach dieser letzten Station machten wir uns wieder nach Condega-Stadt auf, um
unserer sonnengeschaedigten Haut (ein Mitleids-Oooh fuer Daniel) die taegliche
Dosis After-Sun, Fenistil und Autan etc. zufuehren zu koennen.

r&w

Tolle Tollen und Mucha Marca

Also, eigentlich habe ich gerade gar keine grosse Lust einen Eintrag zu schreiben. Abklingende Magenverstimung mit Fieber und Kotzen.

Mein Kopf tut weh und ich habe eben seit 2 Tagen wieder die erste feste, naja halbfeste, Nahrung zu mir genommen. Eine Gemuesesuppe. Lecker. Bis dahin habe ich von meiner Gastoma Payita, die mich wie auch der Rest der Familie, mehr als freundlich und herzlich aufgenommen hat, nur Sandwiches, Tag ein Tag aus, serviert bekommen.

Ich vermisse Deine schwarze Kochkunst jetzt schon, Mama.

In stundenlangen Mutmassungen sind meine nicaraguanische Gastfamilie, die mich und meine Freunde jetzt schon mit Aufmerksamkeiten, wie Holzarmbaendern ueberhaeuft, und ich zu einem eindeutigen Schluss gekommen:

Das milchige Chlorwasser im oertlichen Schwimmbad ist Schuld. René hat genau wie ich zu viel davon geschluckt. Er lag auch flach und wir konnten uns gut gegenseitig mit unserem Elend troesten.

Jetzt geht es uns wieder gut.

OK. Ich fange mit der Beschreibung der heutigen Tages an, viel ist nicht passiert:

Gegen Neune sind wir mit Zunhilda Castellón, die ihr Mundwerk nur selten baendigen kann und uns die notwendigen schmutzigen spanischen Woerter lehrt, zum „Proyeto Fraternidad“ kutschiert worden. Da Lars ohne Frage ganz besonderer Betreuung bedarf-man erinnere sich nur an den NW-Artikel bezueglich des verlorenen Rucksacks- hat man ihn uebrigens in die festzupackenden und allumsorgenden Haende Zunhildas gegeben. Anvertraut. Er lebt dort und spielt mit den Soehnen viel Playstation. Das mag er.

Also. Das „Projekt Bruederlichkeit“ ist in einem grossen, gepflegtem Betonbau untergebracht. Es gibt einen Computerraum, ein Atelier, einen Tanzraum. Ausserdem wird den Kindern- die meisten muessen so um die Sieben sein- Nachhilfe gegeben und sie koennen Basteln. Zum Beispiel Piñatas. Diese bunten Topfschlagen-Imitationen aus Lateinamerika. Zu meinem 20. am 4. Maerz ist ebenfalls eine zugesagt. Meine Familie ist schon schwer in den Vorbereitungen. Fiesta más grande del año!

Nicht vom Thema abkommen: Als Teil der von der Buergermeisterei, also von unseren Freunden und Koordinatoren Ermen und Ramiro, ausgearbeiteten Aufenthaltsplanung informierten wir uns bei Jugendlichen, Kindern und Betreuern ueber die verschiedenen Angebote, Kurse und Probleme im „Proyeto“.

Es machte einen wirklich positiven und foerdernswerten Eindruck.

Emotionaler und aesthtischer Hoehepunkt des Besuchs: Olivia steht in tradioneller Ropa zu beinahe bayuwarischen Klaegen- Nicamusik ist sehr… urtuemlich- ihrer kleinen Vortaenzerin in fast nichts nach und begeistert die Massen.

Ebenfalls ein Augenschmaus sind die zum Verkauf stehenden Bilder in der Galerei.

Wow. Ich habe mir schon eins reserviert und werde mein Leben lang etwas sehr Schoenes, ein Stueck Nicaragua ueber dem Sofa haengen haben. Wie weltgewandt.

Danach gings noch kurz in die Kerzenfabrik und dann ab nach Haus.

Anil hat sich die Haare schneiden lassen und sieht aus wie eine Mischung aus James Dean und Elvis Presley.
Ganz gut. Tolle Tolle.

Nach unserer Orientierungswoche koennen in der Naechsten endlich in die Projekte und mitanpacken.

Ich freue mich sehr.

Auch jetzt schon ein klitzekleines Bisschen (circa 3%) auf zu Hause.

Hier ist es wirklich schoen.

Alles, alles Liebe und sehr sonnige Gruesse (heute hatten wir nur so 25 Grad, schrecklich, oder?!)

Daniel :)